Wissenschaftliche Tagung · Universität Bamberg

Call for Papers online

bakule symposium 2027

7.–8. April 2027

Das Symposium bringt Lehrende, Forschende und Bildungspraktikerinnen zusammen, um Erfahrungen aus dem Projekt zu teilen und hochschuldidaktische Innovationen zu diskutieren. Damit knüpfen wir an die DiKuLe-Symposien an.

Call for Papers

Geöffnet

Architekturen des Lehrens und Lernens – Hochschulen zukunftsfähig entwickeln

Hochschulen stehen in Bezug auf ihre Lehr-Lern-Architektur vor elementaren Transformationserfordernissen: Studierendenschaften werden heterogener, Bildungsbiografien diskontinuierlicher. Der breitenwirksame Gebrauch generativer KI verändert grundlegend, was Studierende lernen sollen und wie Leistungen beurteilt werden können. Lernen und Lehren verteilt sich auf physische, digitale und hybride Räume. Gesellschaftliche Anforderungen – z.B. in den Bereichen von Nachhaltigkeit, Demokratiebildung, sich wandelnde Arbeitsmärkte – müssen in Curricula und Lehrpraxis Widerhall finden, ohne dass der akademische Bildungsauftrag aufgegeben wird.

Diese Fragen werden an vielen Stellen und von verschiedenen Akteuren in den Hochschulen bearbeitet – in Projekten, in regulären Lehr- und Entwicklungsstrukturen, in Studiengangsreformen, in einzelnen Initiativen. Damit die daraus resultierenden Entwicklungen nicht episodisch oder nur punktuell vonstatten gehen, gilt es grundständig und umfassender an innovativen und nachhaltigen Architekturen des hochschulischen Lehrens und Lernens zu arbeiten.

Das bakule symposium 2027 bietet einen Austauschort für alle, die in Lehre, Forschung, Studium, Hochschulentwicklung oder lehr- und wissenschaftsstützenden Bereichen an einer zukunftsfähigen Hochschule arbeiten.

Wir freuen uns über Einreichungen von empirisch fundierten oder konzeptionellen Beiträgen sowie über reflektierte Erfahrungs- und Praxisberichte zu verschiedenen Themen der Architekturen des Lehrens und Lernens an Hochschulen. Auch interdisziplinäre, projektübergreifende und institutionenübergreifende Perspektiven sind ausdrücklich erwünscht. Im Falle von Projektvorstellungen gilt es, von einem lediglichen Informieren abzusehen, sondern vielmehr theoretische Annahmen, Forschungsbezüge sowie wissenschafts- und evidenzbasierte projektbezogene Folgerungen, Maßnahmen und Evaluationen (inkl. Limitationen) zu präsentieren.

Themenfelder

Themenfeld 1 · Was sich Studierende aneignen: Bildung, Kompetenzen, Inhalte

Welche Kompetenzen, Wissensbestände und Haltungen Hochschulen heute vermitteln sollen und wollen, beeinflusst die Architekturen ihres Lehrens und Lernens. Das Verhältnis von fachlicher Tiefe und überfachlicher Bildung wird neu verhandelt, aber ebenso die Rolle von Future Skills, forschendem Lernen, inter- und transdisziplinärer Arbeit, Service Learning und Theorie-Praxis-Transfer. Gesellschaftliche Anforderungen wie Nachhaltigkeit, Demokratiebildung oder KI-Mündigkeit erfordern aktualisierte Antworten:
  • Welche Kompetenzen brauchen Studierende für eine Welt im Wandel und wer entscheidet darüber?
  • Was leisten forschendes Lernen, Service Learning, Theorie-Praxis-Transfer u.Ä. in Bezug auf Bildungsziele, die nicht in „Employability“ aufgehen?
  • Wie lassen sich inter- und transdisziplinäre Bildungsgelegenheiten curricular verankern, ohne sie zu trivialisieren?
  • Wie verändern gesellschaftliche Anforderungen (Nachhaltigkeit, Demokratiebildung, KI-Mündigkeit) die Bildungsziele von Hochschulen und Universitäten?

Themenfeld 2 · Wie gelehrt und gelernt wird: Formate, Räume, Technologien

Die Lehr-Lern-Architektur von Hochschulen verändert sich auch bezüglich ihrer Formate, Räume und technischen Bedingungen. Generative KI greift in allen Phasen von Lernen, Prüfen und Begleitung. Hybride und digitale Lernräume werden zur Regel, individuelle Studienpfade fordern neue Studienarchitekturen.
  • In welcher Hinsicht verändert generative KI die Lehre, das Lernen und das Prüfen, welche didaktischen Antworten auf diese Veränderungen sind tragfähig?
  • Wie können zeitgemäße Prüfungsformate Bildung und Kompetenzen ermöglichen, statt lediglich Wissensbestände zu prüfen?
  • Welche Studiengangsarchitekturen ermöglichen individuelle Lernpfade, ohne Bildungsbiografien zu fragmentieren?
  • Wie sollten hybride und physische Lernräume konzipiert und genutzt werden, um Bildungserfolg, Begegnung und Selbststudium zu ermöglichen?

Themenfeld 3 · Wer gestaltet Hochschule und für wen: Akteure, Strukturen, Kulturen

Hochschulen sind Organisationen mit eigener Trägheit, eigenen Kulturen und einer Vielzahl von Akteuren. Ob und wie die Architekturen des Lehrens und Lernens verändert werden können, hängt oftmals von Strukturen, Governance und Anreizsystemen ab und davon, wie Hochschule die zunehmend heterogene Studierendenschaft berücksichtigt.
  • Wie gelingen partizipative Hochschulentwicklung und kulturelle Veränderung in einer Hochschule mit vielen nur bedingt vernetzten Organisationseinheiten (Professuren mit Dozierenden, Studierende, Verwaltung, Gremien etc.)?
  • Welche Strukturen unterstützen Lehrende (von Tutor:innen bis zu Professor:innen) in ihrer Lehrentwicklung?
  • Wie wird Hochschule der zunehmend heterogenen Studierendenschaft gerecht und für diese partizipativ mitgestaltbar?

Einreichungsformate

Wir bitten um Einreichungen in einem der folgenden fünf Formate:

Kurzvortrag mit Diskussion

15 Min.

Klassisches Vortragsformat mit anschließender Diskussion. Inhaltlich verwandte Vorträge werden ggf. zusammengefasst und gemeinsam diskutiert.

Lightning Talk

7 Min.

Kompakter Impuls, kein Folienvortrag: Kernergebnisse, Provokation oder Perspektivwechsel.

Werkstatt-Session

60–90 Min.

Gemeinsames Arbeiten an einer offenen Frage, einem Transferproblem oder einer Methode.

Einreichende bringen entweder eine offene Frage mit, an der die Gruppe arbeitet (Peer Consulting, World Café, Design Thinking), oder einen angeleiteten Ablauf, in dem Teilnehmende selbst etwas erproben.

Show & Tell

20 Min.

Live-Demonstration eines Tools, einer Methode oder eines Prototyps mit Fokus auf Nachvollziehbarkeit und Nachnutzung.

Poster

Posterpräsentation für erste Ergebnisse, Konzepte oder laufende Projekte, vorgestellt und diskutiert im Rahmen eines Poster-Walks.

Bei den Formaten „Werkstatt-Session“ sowie „Show & Tell“ steht das praktische und gemeinsame Arbeiten im Vordergrund; Frontalvorträge sind hier nicht vorgesehen.

Einreichung und Review

Erbeten sind wissenschaftliche Abstracts (max. 500 Wörter, ohne Formatierung): Fragestellung bzw. Ziel, methodischer oder konzeptioneller Ansatz, Ergebnisse oder Erwartungen mit klarem Bezug zu einem der Themenfelder des Symposiums. Für Werkstatt-Sessions bitte die geplante Arbeitsweise und den erwarteten Output beschreiben.

Die Begutachtung erfolgt im Double-Blind-Verfahren. Kriterien: Bezug zu Themenfeldern und Leitfragen, inhaltliche Qualität (wissenschaftlich oder konzeptionell), Relevanz für die Hochschullehre sowie Diskussions-, Transfer- oder Nachnutzungspotenzial. Wir bitten alle Einreichenden, sich am Review-Verfahren zu beteiligen.

Alle für das bakule symposium 2027 angenommenen Beitragenden (unabhängig vom Einreichungsformat) können nach der Tagung einen Vollbeitrag für die geplante Zeitschriftenveröffentlichung einreichen. Die Vollbeiträge werden erneut im Double-Blind-Review begutachtet. Weitere Informationen zum Publikationsprozess erhalten die angenommenen Beitragenden zeitnah.